Die USA waren schon mal besser – eine Lageanalyse

Einst betrieben die USA eine wenn auch nicht brilliante (dazu fehlt ihnen die dazu nötige Gedankentiefe) aber immerhin effektive (sie
sind gute Handwerker, aber nicht im Ansatz Denker) Geheimdiplomatie.
Alle tanzten nach ihrer Pfeife, Abweichler wurden mit durchaus
ausgeklügelten Mitteln so ins Abseits gestellt, dass es den
massenmedial verunbildeten Menschen nicht auf fiel. Das hat viele
Jahrzehnte hervorragend funktioniert und war mit eine Grundlage ihrer
Weltdominanz.

Aber heute schreiben wir das Jahr 2010. Ihm gingen Schlag auf Schlag
wichtige Ereignisse voraus: die Debakel im Irak und Afghanistan, Abu
Ghraib, Guantanamo, Stromausfälle, die sonst nur in
Entwicklungsländern auftreten, der Wirbelsturm Katrina, der ein
Entwicklungsland mit vorbildlicher Hurrikan-Vorsorge veranlasste, den
USA Hilfe anzubieten, mal wieder ein Space Shuttle, das seine
Besatzung atomisierte so dass man ausgerechnet Russland um Hilfe
bitten musste und die Finanzkrise. Nach deren angeblichem Ende
bersten die Auftragsbücher in Deutschland und China während die USA
noch am Boden liegen und ein Aufstehen weit und breit nicht in Sicht
ist. Das ist nicht ganz unwichtig, weil die USA als mit Abstand
größte Verschwendernation des Planeten bisher immer ihre Interessen
durchsetzen konnte mit dem Argument, dass sie der Wirtschaftsmotor
der Welt seien und wenn es den USA gut ginge sollte es allen anderen
auch gut gehen. Nun geht es den USA schlecht und den anderen gut.
Damit haben sie sich als irrelevant herausgestellt.

Und das führt zum nächsten Schlag. Die Wikileaks-Veröffentlichungen.
Das war ein besonders harter Schlag. Zwar enthielten sie nur sehr
begrenzt explosives Material, weil die Dokumente nicht sonderlich
geheim waren. Aber in der Gesamtschau offenbarten sie den Schmutz und
die unsägliche Überheblichkeit der USA. Bei jedem anderen Land hätte
die Veröffentlichung ein unbeteiligtes Achselzucken hervorgerufen.
Doch bei den USA, die sich als Ritter der Gerechtigkeit aufspielen
gilt der Satz: je höher man sich hinstellt, desto tiefer fällt man.
Als ob das nicht schon genügt, zeigt der Vorfall, dass die USA als
das Land der geradezu allmächtigen Geheimdienste und Erfinder der IT
nicht einmal in der Lage sind, die Offenlegung von sage und schreibe
250.000 internen Dokumenten zu verunmöglichen.

Bisher konnten sich die USA gegen die Offenlegung ihrer
Machenschaften erfolgreich wehren*. Das geschah immer durch die
Anwendung trickreicher Mittel. Sei es durch die Massenmedien, die nur
noch zu verlängerten Regierungssprechern verkommen sind, oder durch
Gegenpropaganda, Rufmord oder tatsächlichem Mord.

Und nun steht die Causa Assange an. Sie ist äußerst bemerkenswert,
weil sie zeigt, dass die USA anscheinend so in Panik geraten sind
(was werden wohl die zu veröffentlichenden Bankinformationen noch
bringen?), dass sie anscheinend nicht mehr in der Lage sind, den
Planeten subtil im Sinne ihrer Interessen zu manipulieren, sondern
auf durchschaubare Manöver auszuweichen. Schon das Mittel der
sexuellen Denunziation ist mittlerweile plump. Dann der „Einspruch“
ausgerechnet des britischen Crown Prosecution Service, der nicht für
Recht, sondern für Macchiavellismus steht und der nun gar nicht ein
Interesse an einem angeblichen Vergewaltigungsfall in Schweden(!)
zeigen müsste. Dann die Veröffentlichung der Staatsanwaltschaft in
Schweden, die ohne Not(! das ist der wichtige Punkt!) den Bürger
schon einmal darauf hinweist, dass eine Auslieferung Assanges an die
USA geprüft wird. Die USA wiederum sind fleißig damit bemüht, ein
Gesetz zu „finden“, mit dem man Assange einkerkern kann.

Das übrigens ist nicht so leicht zu finden, weil die USA in ihrer
Auswahl erheblich eingeschränkt sind. Denn sie müssen ein Gesetz
finden, das zwar Assange zum Nachteil gereicht, nicht aber die ihnen
angeschlossenen Systemmedien wie die Times, den Guardian, den Spiegel
oder El País. Das wäre sozusagen ein ungewollter Kollateralschaden.
Deshalb übrigens die Konzentration auf den „Vorwurf“, der
„Ermutigung“ zur Verschwörung: Damit ließe sich Assange dingfest
machen, nicht aber die Medien, die das veröffentlicht haben. Ein sehr
kluger Schachzug. Das muss man ihnen immerhin lassen.

Allerdings zeigt ein anderer Aspekt wie machtlos und panisch die USA
reagieren. Assange hätte man nach dem noch nicht(?) geschriebenen
Handbuch der Demagogie und des Macchiavellismus einfach in Ruhe
lassen müssen. Man hätte  sich als über-den-Dingen-stehend und somit
als die zur Schau getragene ethische Autorität präsentieren können.
Verfolgt man aber Assange, stellt man sich ins Abseits (verfolgt man
den Verkünder der „Wahrheit“, zeigt man, dass man mit derselbigen
nichts am Hut hat) und riskiert sogar das Bild eines Märtyrers. Aber
genau der Märtyrer ist die größte Gefahr. Chè Guevara war zu
Lebzeiten keine signifikante Gefahr für die USA. Erst nach seiner
Ermordung wurde er (bzw. sein hochstilisiertes Konterfei) zu einem
Stachel, der so tief sitzt, dass die USA sich nicht bewegen können,
ohne Schmerzen zu verspüren.

Assange hat schon jetzt eine solche Popularität, dass er der Chè des
beginnenden 21. Jahrhunderts werden könnte. Auch vor seiner
Verhaftung in einem Land, für das der Ärmelkanal breiter ist als der
Atlantik.

Um es nach langer Rede auf den Punkt zu bringen: so plump sind die
USA noch nie vorgegangen. Ihre Reaktion zeugt dermaßen von Panik (was
wissen sie um die Veröffentlichung der Bankdokumente?) und völliger
Unsachmäßigkeit (Stichwort: Märtyrer), dass man den Eindruck hat, sie
stehen mit dem Rücken zur Wand. Und zwar nicht in einer bloß
unangenehmen Frage, sondern substanziell, ihre eigene Existenz
bedrohend.

Mit anderen Worten: sie sind am Ende.

* Abu Ghraib oder My Lai widersprechen der Aussage nicht. Die
Verbrechen kamen zwar ans Licht (im Falle von My Lai musste sich
Hersh zwei Jahre um die Veröffentlichung bemühen), hatten aber keine
nennenswerten Konsequenzen.

Anmerkung von scupnet: Dieser Artikel wurde nicht von mir geschrieben, sondern ist ein Fundstück aus dem Heise-Forum. Allerdings habe ich vor der Veröffentlichung den Autor kontaktiert und gefragt ob ich diesen Text, der meiner Meinung nach den Nagel ziemlich genau auf den Kopf trifft, hier veröffentlichen darf. Mein Dank für diesen treffenden Artikel geht an den Autor „Der Abschied“ aus dem Forum Heise.de

Kanadische Polizei ermittelt wegen Aufruf zur Tötung von Julian Assange

Tom Flanagan, den Lesern dieses Blogs auch als das erste Kanadische Gehirnschnecken-Opfer bekannt, bekommt für seinen in einer Talkshow des Kanadischen Senders CBC verzapften geistigen Dünnschiss jetzt Probleme mit der Polizei.

Die Polizei in Calgary wurde nach der Austrahlung der Talkshow durch zahlreiche Anrufe von entsetzten Bürgern auf die Aufforderung Flanagans, man sollte Assange umbringen, ein Kopfgeld auf ihn aussetzen oder gar ferngesteurte Drohnen auf ihn ansetzen, hingewiesen. Das berichtete die Zeitung „Calgary Herold“ am 07 Dezember auf ihrer Webseite.

Die Polizei Calgary ermittelt zur Zeit und will nach Abschluss der Ermittlungen den Fall an die königliche Staatsanwaltschaft zu Prüfung weiterleiten. Der zuständige Staatsanwalt entscheidet dann ob gegen den Wissenschaftler ein Gerichtsverfahren eingeleitet wird oder nicht.

Sicher ist das er sich nicht auf milderne Umstände wegen des Gehirnfressenden Parasiten berufen kann. Mr Flanagan muss nun selber für seine menschenverachtenden Äusserungen die Verantwortung übernehmen.

Ich persönlich würde ein langjährige Haftstrafe begrüßen.

Die 2000 Leute auf dieser Facebookseite auch…

[EDIT: Hier eine Webseite in der Studenten der UofC Konsequenzen fordern. ]

Wikileaks Mirror auf der Weltkarte

Im Moment gibt es über 1200 Wikileaks Mirrors. Um sich einen Überblick darüber zu verschaffen wo die Mirrors sich befinden, ohne mühsam die 1200 Links zu durchwühlen, gibt es hier eine Webseite die die Standorte auf einer Weltkarte darstellt. Man bekommt so übersichtlich die Ausbreitung der Mirrors seit dem 05.12.2010 als Animation und kann dann in die Karte hineinzoomen. Sehr hübsch anzusehen.

Investigatver Journalismus und so…

Sehr geehrte Bild Zeitung,

ihr habt wirklich nicht mehr alle Latten am Zaun, das war schon lange klar, da brauch man nicht mehr viel zu sagen. Anbetracht dieser Schlagzeile hier kann man ja fast schon dankbar sein das nicht noch irgendwo was von Vergewaltiger steht. Aber schon klar ist das euer Verlag kräftig verdient durch die Wikileaks enthüllungen, das hindert euch aber nicht daran Herrn Assange als Internet-Verräter zu bezeichnen. Schon klar was ihr für eine Stimmung unter euren Lesern erzeugen wollt. Euer Blatt ist einfach eine Schande für Deutschland, eine Schande für jeden Journalisten, eine Schande für die Meinungsfreiheit. Schande auf euch! Die einzigen Verräter hier sind die Politiker rund um die Welt, die jeden Tag professionell ihre Bürger verarschen, die Industriellen und Banker die sich immer reicher machen, nur den Profit sehen, und einen Fick auf ihre soziale Verantwortung geben und lieber 10000 Leute entlassen als weniger Wachstum in den Bilanzen zu verzeichnen.

Brain Slugs erobern Kanada

Die berühmtesten Exporte Kanadas lassen es schon vermuten, aber das was nun aus dem Land mit dem Ahornblatt auf der Flagge zu hören ist, vermittelt sicher dass eine Invasion gehirnverspeisender Schnecken in Nordamerika stattgefunden haben muss. Das erste prominente Opfer, Sarah Palin,  ist ja schon bekannt, unklar war allerdings ob es bei der Eroberung Alaskas bleiben würde oder ob sich die Parasiten weiter nach Süden auf dem amerikanischen Kontinent bewegen würden.
Nun wurde der Beweis erbracht das sich die Tiere weiter in den Süden ausgebreitet haben. In einer Talkshow bei dem kanadischen Sender CBC hat ein gewisser Prof. Tom Flanagan , ein Politikwissenschaftler und Berater des kanadischen Premier-Ministers,  Ende November ein Attentat auf den Wikileaks-Chef Julian Assange gefordert.  US-Präsident Obama solle ein Kopfgeld auf ihn aussetzen und über den Einsatz einer Ferngelenkten Drohne nachdenken, um den Antibürger#1 der westlichen Hemisphäre, ein für alle Mal mundtot zu machen. Was sich anhört wie ein schlechter Witz in einer Sitcom ist durchaus ernst gemeint. Und obwohl ihm der Moderator durchaus die Gelegenheit gab die Äusserung zurück zu nehmen, bestand der Herr Professor auf seiner Meinung und wiederholte sie mehrfach. Auf der rechten Seite sehen wir ein Bild von Mr. Flanagan während der Talkshow. Deutlich zu erkennen ist der Parasit der gerade genüsslich sein Gehirn verspeist.
Schon klar dass „die da oben“ es nicht gerne haben, wenn mitten in der globalen Operation „gläserner Bürger“, es Menschen gibt die die Frechheit haben massiv an der Umsetzung des Traums vom gläsernen Staat zu arbeiten, und dann auch noch wiederholt, Tonnenweise nicht für das Wahlvieh gedachte, Dokumente veröffentlichen, die das Ansehen der USA in der Weltöffentlichkeit beschmutzen. Falls sich da überhaupt noch was beschmutzen lässt.  Wenn diese Fatwa auf Herrn Assange von einem US-Amerikanischen „Wissenschaftler“ stammen würde, könnte man ja eventuell noch nachvollziehen dass da einer so eine Kacke labert. Aber dass das jemand aus dem eher friedlichen Ländle Kanada macht, noch dazu in so einer Position, lässt erkennen wie sehr sich die mächtigen dieser Welt vor der ungefilterten Wahrheit fürchten, Gott  allein weiss was Wikileaks als nächstes enthüllt.

Auch aus Deutschland, Australien und Frankreich werden die Rufe Wikileaks aufzuhalten
ja abzuschalten immer lauter, Datenschutz und so… Ja ne ist klar. Die haben die Hosen voll unserer Volkszertreter, nun hat man krampfhaft über Jahre versucht eine Zensur-infrastruktur im Internet zu erschaffen, um gerade so etwas wie Wikileaks zu verhindern und nun ist er da der Politiker GAU schlechthin: Eine Webseite die einen Fick auf Geheimhaltung gibt und schamlos alles veröffentlicht was ihnen von Insidern überall auf der Welt geliefert wird. Aus welchen Gründen auch immer. Wikileaks ist Demokratie 2.0. Endlich erfahren wir nicht erst nach 70 bis 100 Jahren was für ein Scheiss passiert, sondern sehr zeitnah, jedenfalls nah genug das die Verantwortlichen entweder noch im Amt, oder aber wenigstens noch am Leben sind. Und wir können sicher sein, das eine Menge mächtiger Menschen genug Dreck am Stecken hat, um sich jetzt vor Wikileaks and such zu fürchten, eine Menge Gründe und auch die Kohle haben, da jetzt groß die Anti-Wikileaks Kampange zu starten, sogar bereit wären zu töten. Klasse. Schöne neue Welt.