Alles gute, Peter.

Ich wünsche dir für deine letzte Reise alles gute. Hoffentlich findest du jetzt Frieden. Wir werden dich hier vermissen.
Wir sehen uns auf der anderen Seite. ;(

Heute in den Nachrichten…

1. Meldung

Das Bundespräsidialamt hat beschlossen das Herr Wulff den Ehrensold bekommt, also fast 200.000 Steine auf Lebenszeit, persönlicher Referent, Büro, Dienstwagen mit Fahrer und wenn er will Personenschutz… Hat er sich redlich verdient der Präsident.

2. Meldung

Jede zweite Schleckerfiliale wird geschlossen, was das wohl für jeden zweiten Mitarbeiter bedeutet?!

Halt wartet jetzt hab ich die Tastatur vollgekotzt.

Kaum zu glauben

Das neue Jahr läutet gerade den zweiten Monat ein und man wünscht sich es wäre schon wieder vorbei. Unterschwellig mit dabei: die Hoffnung das an dem ganzen Mayakalender BS doch was dran ist und am 21.12. ein großer Knall das Trauerspiel hier beendet. Die Chancen stehen nicht schlecht, der Krieg im Iran ist gerade von der Planungsphase in die PR Abteilung weitergeleitet worden, die Zeichen sind nicht zu übersehen es riecht nach Krieg. Es stinkt.

Aber nicht nur IRL, nein auch im Cyberspace werden die sieben Siegel der Apokalypse geöffnet. Nach dem im Jahr 2011 die XXU schon durch das entfachen zahlloser Shitstorms auf sich aufmerksam gemacht hat (zu Copyberg, Fischer, Altmeier, Friedrich, Uhl, etc .-) geht die Partei nun in die Offensive und beschwört den Kampf der Kulturen.

Könnt ihr haben, hört man zwitschern. Widerstand wird zur Bürgerpflicht. Aber ich hab langsam die Faxen dicke. Ich weiss nicht mehr was ich machen soll. Ich bin Gefangener zwischen den Welten. Ich darf mir nicht die kleinste Sache zu schulden kommen lassen, kein Urteil, kein Verfahren, sonst bin ich meinen Job los. Mal ganz davon abgesehen davon dass hier wo ich wohne die APO eher dünn bis gar nicht aufgestellt ist.

Ich würde gerne ins Wendland fahren und demonstrieren, schottern, Widerstand leisten. Oder vor dem Schloß des Wulffen Prinzen meinen Schuh zeigen, ja werfen. Oder in einer großen Stadt mit gegen die 1000 Dinge protestieren die mir hier gefährlich auf den Sack gehen. Ich würde gerne etwas verändern, in die Politik gehen, aber wo? Wie?

Jeden Tag neue Hiobsbotschaften die mir die Galle hochkommen lassen in Radio und Fernsehen, worauf als erstes konzentrieren? Was tun? Ich muss doch arbeiten. Rund um die Uhr. Und ich muss mich irgendwie auch um meine Freundin und um meine Kinder kümmern. Es sind so viele Fronten überall mein Kopf dreht sich. Ich rede und rede aber wenige hören zu. Missionar sein in einer Gesellschaft die sich nicht für Politik interessiert ist auf Dauer frustrierend. Die Menschen interessieren sich nicht für ACTA, SOPA, VDS, HartzIV – sondern für Brainfuck TV, wer Dschungelkönig wird. Es ist zum heulen. Das einzige was ich machen kann ist mich ein bisschen im Netz aufzuregen und mir nen Stopp Acta Aufkleber ans Auto zu kleben. Für alles andere habe ich keine Zeit, kein Geld oder es ist schlicht und einfach zu gefährlich, denn ich glaube ich würde auf den Demos durchdrehen wenn ich sehe wie Cops unschuldige schlagen, dann würds Randale geben, Anzeigen, Anklagen, Urteile und ich bin am Arsch.

Friedlicher Protest ist heute fast nicht mehr machbar, denn die Art wie unsere Rechte überall in der Politik mit Füßen getreten wird weckt bei mir Zorn. Rasenden Zorn. Also bleibe ich lieber zu Hause, um mich zu schützen, um das bisschen was ich mir aufgebaut habe nicht zu gefährden. Und ich könnte heulen. Ich bin hilflos. Ich würde so gerne mehr tun aber ich weiß nicht wo. Oder wie. Ich sitze vorm Fernseher, vor Twitter und sehe überall auf der Welt immer mehr Menschen aktiv auch für meine Rechte kämpfen. Für die Zukunft meiner Kinder holen sie sich blutige Nasen, atmen Pfefferspray, kassieren Nierenhaken mit Gummiknüppeln, verlieren ihr Augenlicht. Und ich sitze hier und krieg meinen Arsch nicht hoch weil ich Angst hab durchzudrehen und alles zu verlieren. Es ist Krieg da draußen. Und ich geh nicht hin ;(

Aber ihr die ihr losgeht und kämpft genießt meinen großen Respekt. Ne ehrlich als ich neulich durch Gorleben gefahren bin und die X’e überall gesehen habe, hatte ich eine Gänsehaut. Historischer Boden. Ein Schlachtfeld.
Wo viele tapfere Menschen für ihre Rechte kämpfen. Unterdrückt von tausenden Bullen. Und ich Feigling sitze zu Hause und schau nur zu. Obwohl es genug zu kämpfen gibt. Empört bin ich, aber was jetzt?